Ich war nicht im Programm. Und dann stand ich auf der Bühne.

Das Abene Festivalo liegt hinter mir. Sieben Tage Musik pur von denen ich nur einen Tag verpasst habe. Das heißt auch sieben Tage Müdigkeit, denn es begann selten vor 23 Uhr und endete selten vor 2 Uhr morgens.

Black Sofa
Seckou Keita

Wenn ihr mich nach meinem persönlichen Höhepunkt fragt, abgesehen von Seckou Keita, dann sage ich ganz ehrlich und unbescheiden: das war ich selbst!

Ja, ich bin aufgetreten! Ich habe nur ein Lied gesungen aber das war eine unglaublich schöne Erfahrung. Der Weg dahin war aber holprig und ungewiss.

Denn natürlich stand ich nicht im Programm, als Musikerin kennt mich außer meinem Koralehrer und meinem Mann niemand in Abene.

Mein Mann Moctar war mein trojanisches Pferd. Denn er stand im Programm mit seiner Band. Das kam für ihn auch überraschend und er gestand mir einen Tag, dass er unsicher ist, weil er noch nicht alle Musiker zusammen hat. Da sagte ich spontan: „lass mich ein Lied singen. Nur eins!“

Er äußerte sich mehrere Tage nicht dazu, ich wurde immer nervöser. Am Tag seines Auftritts fragte ich noch mal nach und er erzählte mir etwas von Schwierigkeiten, weil ich ja nicht im Programm stehe. Ich meinte: „dann lade mich ein, während deines Auftritts, als Special Guest.“

Er nickte aber war das jetzt eine Zusage?

Bevor Moctar die Bühne betrat, sagte er zu mir, ich solle mich bereit halten, er würde mich dann rufen. Ich stimmte also die Gitarre und wartete in der Nähe der Bühne.

Und dann kam mein großer Moment!

Ich ging hoch auf die Bühne, hängte mir die Gitarre um, steckte das Kabel für den Tonabnehmer ein, als hätte ich mein Leben lang nichts anderes gemacht. In der Zeit spielte mein Koralehrer Modou Konté, der mit auf der Bühne war, das Lied an, welches ich singen wollte. Aminata hielt das Mikrofon für mich und ich begann:

Miniyamba ton gama lambe lon, saba Minuyamba, saba je kono ne lo…

Zum Refrain setzten die Trommelspieler auf ihren Djembes und Dunduns ein und sangen mit. Und auch das Publikum sang mit! Ich hatte Gänsehaut überall, so emotional und schön war es!

Vielleicht bekomme ich noch Videos von diesem Moment. Aber das Wichtigste ist längst passiert:

Ich war da. Jetzt kennt mich ganz Abene.

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