Es gibt Investitionen, die fühlen sich nicht nach Luxus an, sondern nach Konsequenz.
Letztes Jahr habe ich mir in Senegal eine Kora fertigen lassen. Damit ich eine gute Zuhause in Deutschland bzw. Tschechien habe und eine gute hier in Senegal. Es kostet schließlich jedesmal 90€, sie im Flugzeug mitzunehmen. 3x fliegen = 1 neue Kora.
Ich hatte bei meiner damaligen alten Kora das Problem, die F-Oktave zu greifen. Deshalb ließ ich eine Kora bauen, wo die Haltestäbe näher beieinander stehen, so war es leichter, die Oktave zu greifen.
Aber in wenigen Wochen merkte ich, es ist nicht meine Kora, irgendwas ist nicht richtig, sie sitzt nicht. Ich konnte zwar die beiden F-Saiten gemeinsam greifen aber dafür hatten die Finger nicht ausreichend Platz für die hinteren Saiten, was das Spielen einiger Passagen deutlich erschwerte.
Letztendlich flog ich mit der alten Kora nach Hause und habe während des Sommern gemerkt, es ist nur eine Frage des Übens. Am Ende des Sommers hatte ich keine Probleme, die Oktavseiten zu greifen.
Ende November flog ich nach Senegal und meine anfängliche Freude auf meine Kora verflog ähnlich schnell wie der Flug von Düsseldorf nach Banjul.
Und so traf ich eine Entscheidung. Eine neue Kora musste her. Ich fragte meinen Koralehrer Modou Konté, ob er die Haltegriffe versetzen kann. Aber die Antwort war, wie ich erwartet hatte: nein.
Aber er schlug mir vor, eine neue Kalebasse zu kaufen und diese zu bespannen und die restlichen Komponenten von meiner alten Kora zu nehmen, das würde die Kosten erheblich reduzieren.
Obwohl es immer noch viel Geld für mich war, traf ich diese Entscheidung. Als Musikerin muss ich Prioritäten setzen und die hier war ganz klar.
Ein paar Tage später brachte ich Modou meine Kora und er zerlegte sie in ihre Einzelteile. Die neue Kalebasse war bereits bespannt und einen Tag später konnte ich meine „neue alte Kora“ wieder abholen.
Und was soll ich sagen, es war Liebe auf den ersten Blick! Sie spielt sich verdammt gut! Und darum geht es ja.

Manchmal sind Abschiede und Anfänge nicht klar voneinander zu trennen. Gestern noch die zerlegte Kora, heute schon neue Klänge. Das ist wie ein leises Versprechen: Alles, was geht, macht Platz für etwas, das bleibt – oder vielleicht sogar noch stärker wird. Jede Veränderung, so klein oder groß sie auch sein mag, hat ihren eigenen Rhythmus Heute beginnt er für mich neu.