Kora spiele ich nun seit 1 1/2 Jahren. Oder besser, ich lerne auf ihr zu spielen. Hier in Abene hat Monika, die diesen dreiwöchigen Kurs organisiert, einen Koralehrer für mich gefunden. Ich hatte bereits von zuhause Kontakt mit seiner polnischen Frau aufgenommen und wir haben erstaunt festgestellt, dass wir uns bereits auf dem Afrobeats-Festival in Polen begegnet sind. Dort hat Modou das Festival mit seinem Kora-Konzert eröffnet und er hat den Gesangs-Workshop geleitet. Die Welt ist halt klein.
Ebenfalls hat Monika einen Balafonlehrer für mich organisiert, er heißt Demico und bringt zwei große Balafone mit.
Am ersten Tag lerne ich Salya. Natürlich nur die einfachere Begleitung. Demico spielt das Solo dazu. Es macht großen Spaß. Schade ist nur, dass Demico nur französisch spricht und wir schlecht miteinander kommunizieren können.
Auch auf der Kora mache ich Fortschritte. Ich merke, dass ich die Saiten endlich zuordnen kann, welche Saite hat welchen Ton und wo ist die dazugehörige Oktavseite. Und ich lerne ein besonders schönes Stück, es heißt Maki.
Bis ich aber dazu singen kann, wird es noch lange brauchen.
In meiner nächsten Balafonstunde lerne ich Bani Le, das kann ich bereits auf der Kora spielen. Überhaupt haben Balafon und Kora vieles gemeinsam, beide sind in F dur gestimmt, haben also die gleiche Tonleiter.
In jeder Stunde lerne ich etwas Neues und Demico hebt das Tempo an. Ich lerne nicht nur ein neues Stück, sondern zwei oder gar drei. Und er macht mir ein sehr schönes Kompliment: er sagt, dass manche seiner Schüler mehrere Wochen für das brauchen, was ich in einer Stunde lerne. Und auch, wenn ich finde, dass Lernen kein Wettbewerb ist, freue ich mich darüber.
Am letzten Abend kommt mein Koralehrer Modou mit seiner Frau Kasia zum Abendessen vorbei. Nach dem Essen gibt es für unsere Gruppe ein kleines Konzert. Und das erste Lied spielen wir gemeinsam: Maki. Ich bin sehr stolz auf mich.