Ausspannen in Cap Skirring

Es ist Ramadan, meine Familie in Ziguinchor fastet. Sie essen und trinken nichts von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang. Ich muss nicht fasten, weder gibt das meine Religion vor, noch wird es von mir erwartet. „Ist nicht deine Kultur“ sagt meine Familie. Ich darf essen und trinken, soviel ich will aber aus Rücksicht und Respekt tue ich dies auf meinem Zimmer.
Die Tage sind etwas langweilig, alle sind müde, hungrig, durstig…
Ich hatte mit meinem Mann vereinbart, dass ich zwischendurch einfach für ein paar Tage weg fahre. Hatte ich eh vor, bevor ich im November 2024 nach Gambia geflogen bin. Ich hatte mir damals vorgenommen, mir die Casamance anzuschauen.
Ich buchte mir eine Unterkunft, packte meine Kora, Ukulele, meine Kamera und ein bisschen Kleidung ins Auto und fuhr nach Cap Skirring.
Es ist nicht weit, etwas mehr als 65 km. Aber die Straße ist auch hier irgendwann nicht gut. Und so habe ich etwa zwei Stunden gebraucht.

Innenstadt Cap Skirring

Meine Unterkunft lag etwas ausserhalb von Cap Skirring, nördlich. Ich musste also durch das Zentrum und hielt dort, um ein bisschen durch die Geschäfte zu schlendern aber vor allem, um etwas zu essen, ich hatte Hunger.
Die Innenstadt von Cap Skirring ist laut und voll und es stinkt. Kein wirklich schöner Ort. Aber ich habe ein nettes kleines Restaurant gefunden und das Tagesgericht bestellt. „Sole“, das ist Seezunge, sie war mit viel Knoblauch gebraten. Dazu gab es Reis und Salat. Ja, Salat!
Es gibt ja die Regel: Fry it, boil it, peel it or leave it. Aber daran halte ich mich schon lange nicht mehr. Ich esse oft Salat hier: grüne Blattsalate, Tomaten, Gurken… das alles wird mit lokalem Leitungswasser gewaschen. Bisher hatte ich keine Probleme. Ich hoffe, es bleibt so.

Ich fahre zu meiner Unterkunft. Die letzten 2 1/2 Kilometer sind Sandpiste. Die ersten 2 Kilometer lassen sich ganz gut fahren, danach wird es so richtig sandig, so als würde man in der Wüste fahren.
Aber mein kleiner Ford Fiesta bringt mich ans Ziel und ein wenig natürlich auch meine Fahrkunst. 😉
Wer es gewohnt ist, auf Schnee und Glatteis zu fahren, der kommt auch mit Sand zurecht.

Später erfuhr ich, dass Taxifahrer es ablehnen, bis zur Lodge zu fahren, sie lassen ihre Fahrgäste 1/2 km laufen.

Ich habe dort ein echt schönes Zimmer, in einem kleinen runden Haus. Die Hälfte des Haus ist mein Zimmer. Die andere Hälfte ist ein anderes Gästezimmer. Und in diesem wohnt ein Paar aus Düsseldorf, die Welt ist mal wieder sehr klein. 😂

Viel Natur und viele Bäume in der
Lodge „Le Kibalaou“

Als erstes gehe ich zum Strand, der ist etwa 100 m weit entfernt, das Wellenrauschen hört man bis hierher und wird mich auch in der Nacht begleiten.

Privatstrand ohne Beachboys und lästige Verkäufer

Am Abend setze ich mich zu den beiden Düsseldorfern. Wir essen zusammen und quatschten noch bis Mitternacht.

Solltet ihr jemals nach Cap Skirring fahren, nehmt euch warme Kleidung mit! Es ist am Abend sehr kühl dort! Ich habe zum ersten Mal, seitdem ich in Gambia und Senegal bin, gefroren. 🥶

Am nächsten Tag fahren wir gemeinsam nach Boucotte, ins Joola-Museum „Kadioute“. Es ist kein klassisches Museum, sondern eines im Wald. Wir haben viel Spannendes erfahren und es gab tolle Bäume zu bestaunen.

Nach dem Museumsbesuch haben wir Hunger und wir fahren nach Kabrousse an den Strand. Und dort finden wir ein kleines Restaurant und essen sehr leckere Fischspiesse.

Jede Menge Kühe am Strand von Kabrousse

Am Tag meiner Abreise fahre ich noch nach Diébéring, ein ganz kleiner Ort nördlich von Cap Skirring. Mitten auf dem Dorfplatz steht ein riesiger Baobabbaum. Rund um den Baum ist ein kleiner Markt mit Obst, Gemüse, Kleidung, Haushaltswaren.

In einem Shop habe ich diese schönen Puppen entdeckt, sie werden von drei Frauen gefertigt und für umgerechnet 10€ verkauft. Der Erlös geht an eine Stiftung, die wiederum die örtliche Schule unterstützt. Ich habe natürlich eine gekauft und durfte als Dankeschön Fotos machen.