Off-Day im Mama Folonka

Mein „Hausstrand“, der Paradise-Beach in Sanyang ist schön, ich mag ihn sehr und es sind nur etwa 5 km von meiner kleinen Wohnung bis dorthin.
Aber es gibt Tage, da ist mir am Strand von Sanyang zu viel los. Und neulich war so ein Tag. Ich wollte Ruhe, absolute Ruhe. Und so bin ich nach Kartong gefahren, ganz im Süden von Gambia.
Das hört sich jetzt nach einer langen Fahrt an aber Gambia ist ein kleines Land, die Autofahrt dauert etwas mehr als 1/2 Stunde inklusive ein paar Straßenkontrollen, die man passieren muss.

Ich fuhr, ohne gefrühstückt zu haben. Ich wollte dort frühstücken, im Mama Folonka. Eine Lodge, von der ich schon viel Gutes gehört habe.
Ich packte meine Kora ins Auto, den Rucksack mit Handtüchern und Sonnencreme und fuhr los.

Im Mama Folonka wurde ich sehr nett begrüßt, so als wäre ich schon etliche Male da gewesen. Dabei war ich zum ersten Mal dort.
Ich erwähnte, dass ich noch nicht gefrühstückt hatte und ob ich etwas zu essen bekommen könnte.
Die Köchin zauberte mir ein herrliches Omelett. Ich ass auf der Terrasse, mein Blick schweifte runter auf den Strand und das Meer. Einfach nur toll!

Es war noch ein anderer Gast auf der Terrasse, am Nachbarstisch. Eine junge Frau aus der Schweiz. Sie fragte mich, woher ich käme und als ich sagte „aus Deutschland“ fragte sie, aus welchem Teil? Ich antwortete: „aus Nordrhein-Westfalen, aus dem Ruhrgebiet“.
„oh!“, sagte sie, „mein Freund kommt auch ursprünglich aus dem Ruhrgebiet, er ist in Bottrop aufgewachsen, vielleicht kennst du die Stadt?“
Ich prustete los vor Lachen. „Ja, das ist die Stadt, in der ich lebe!“
Himmel, wie klein die Welt doch manchmal ist.
Etwas später kam ihr Freund dann hoch zu uns, er war surfen, also echtes surfen, nicht im Internet surfen. Sondern so richtig mit Surfbrett auf dem Atlantik.

Nach meinem Frühstück nahm ich meine Kora und meinen Rucksack und ging die paar Stufen zum Strand hinunter, suchte mir eine schöne Liege unter dem Pavillion aus getrockneten Palmenblättern.
Und hier blieb ich nun den ganzen Nachmittag bis zum Abend.
Ich habe Kora geübt, das ist am Strand noch mal etwas ganz anderes als wenn man vor dem Haus sitzt.

Diese Stille und Ruhe dort habe ich sehr genossen, nur ein paar Kühe laufen über den Strand.

Keine Obstverkäufer, keine Händler, die einem irgendwelche Souvenirs verkaufen wollen. Und vor allem: keine Beachboys!
Am frühen Abend sah ich auf dem Wasser ein paar Fischerboote, die zurückkehrten. Die bunten Boote sieht man von weitem.
Und kurz vor dem Sonnenuntergang kam eine Mitarbeiterin vom Mama Folonko zu mir und meinte, das Essen sei fertig. Ich hatte nämlich vorab ein Dinner für mich bestellt.
Butterfish, das ist der leckere Fisch ohne Gräten.

Und es war lecker! Den Sonnenuntergang gab es ohne Aufpreis dazu.

Ich werde wiederkommen, noch einige Male!