Endlich, Senegal!

Mein erster Trommellehrer, Mamadou Bye Diop, war aus Senegal. Zehn Jahre habe ich mit ihm getrommelt, das ist jetzt gute 30 Jahre her. Er wollte immer mit unserer Trommelgruppe nach Senegal, uns seine Heimat zeigen aber es ist nicht dazu gekommen.

Die letzten zwei Jahre war ich mit einem Senegalesen zusammen, wir hatten uns im Januar 2023 in Gambia kennengelernt. Er war mein Trommellehrer. Und ich dachte, jetzt schließt sich der Kreis und ich komme endlich nach Senegal. Aber die Beziehung war vorbei, bevor ich auch nur einen Fuß auf senegalesichen Boden setzen konnte. Davon erzähle ich vielleicht ein anderes Mal. Vielleicht aber auch nicht, denn es ist Vergangenheit und die Gegenwart bietet gerade weitaus spannendere Geschichten.

Zufällig habe ich im Frühjahr im Internet ein schönes Angebot für einen dreiwöchigen Workshop in Abene in Senegal entdeckt. Der Workshop wird veranstaltet von einer Tschechin, Monika Diatta-Rebcová. Ich hatte mich spontan angemeldet und wenige Wochen später traf ich mich mit ihr, um sie persönlich kennenzulernen und Details zu besprechen.

Am 27.12. traf ich die übrigen Teilnehmer:innen in Sukuta in Gambia und gemeinsam überquerten wir die Grenze zu Senegal. Endlich, nach über 30 Jahren, war ich in Senegal!

Mein erster Eindruck war überaus positiv. Ich sah keinen Müll am Straßenrand, so wie ich es von Gambia gewohnt bin.
Und Abene war überraschend grün, so unglaublich viele Bäume!

Drei Wochen wollte ich bleiben und trommeln, tanzen, Kora und Balafon spielen.
All das habe ich getan. Ich habe drei wunderschöne Wochen mit fantastischen Menschen aus Tschechien und Senegal verbracht. Ich habe viel gelernt und große musikalische Fortschritte gemacht.

Und noch etwas ist passiert, davon erzähle ich aber später, in einem meiner nächsten Beiträge.

Gerne mache ich unbezahlte Werbung für die Workshops von Monika in Abene. Wenn ihr Lust auf afrikanisches Trommeln und Tanzen habt und die besten Lehrer haben möchtet, seid ihr dort bestens aufgehoben.
https://senegalsky-workshop.webnode.cz/

Off-Day im Mama Folonka

Mein „Hausstrand“, der Paradise-Beach in Sanyang ist schön, ich mag ihn sehr und es sind nur etwa 5 km von meiner kleinen Wohnung bis dorthin.
Aber es gibt Tage, da ist mir am Strand von Sanyang zu viel los. Und neulich war so ein Tag. Ich wollte Ruhe, absolute Ruhe. Und so bin ich nach Kartong gefahren, ganz im Süden von Gambia.
Das hört sich jetzt nach einer langen Fahrt an aber Gambia ist ein kleines Land, die Autofahrt dauert etwas mehr als 1/2 Stunde inklusive ein paar Straßenkontrollen, die man passieren muss.

Ich fuhr, ohne gefrühstückt zu haben. Ich wollte dort frühstücken, im Mama Folonka. Eine Lodge, von der ich schon viel Gutes gehört habe.
Ich packte meine Kora ins Auto, den Rucksack mit Handtüchern und Sonnencreme und fuhr los.

Im Mama Folonka wurde ich sehr nett begrüßt, so als wäre ich schon etliche Male da gewesen. Dabei war ich zum ersten Mal dort.
Ich erwähnte, dass ich noch nicht gefrühstückt hatte und ob ich etwas zu essen bekommen könnte.
Die Köchin zauberte mir ein herrliches Omelett. Ich ass auf der Terrasse, mein Blick schweifte runter auf den Strand und das Meer. Einfach nur toll!

Es war noch ein anderer Gast auf der Terrasse, am Nachbarstisch. Eine junge Frau aus der Schweiz. Sie fragte mich, woher ich käme und als ich sagte „aus Deutschland“ fragte sie, aus welchem Teil? Ich antwortete: „aus Nordrhein-Westfalen, aus dem Ruhrgebiet“.
„oh!“, sagte sie, „mein Freund kommt auch ursprünglich aus dem Ruhrgebiet, er ist in Bottrop aufgewachsen, vielleicht kennst du die Stadt?“
Ich prustete los vor Lachen. „Ja, das ist die Stadt, in der ich lebe!“
Himmel, wie klein die Welt doch manchmal ist.
Etwas später kam ihr Freund dann hoch zu uns, er war surfen, also echtes surfen, nicht im Internet surfen. Sondern so richtig mit Surfbrett auf dem Atlantik.

Nach meinem Frühstück nahm ich meine Kora und meinen Rucksack und ging die paar Stufen zum Strand hinunter, suchte mir eine schöne Liege unter dem Pavillion aus getrockneten Palmenblättern.
Und hier blieb ich nun den ganzen Nachmittag bis zum Abend.
Ich habe Kora geübt, das ist am Strand noch mal etwas ganz anderes als wenn man vor dem Haus sitzt.

Diese Stille und Ruhe dort habe ich sehr genossen, nur ein paar Kühe laufen über den Strand.

Keine Obstverkäufer, keine Händler, die einem irgendwelche Souvenirs verkaufen wollen. Und vor allem: keine Beachboys!
Am frühen Abend sah ich auf dem Wasser ein paar Fischerboote, die zurückkehrten. Die bunten Boote sieht man von weitem.
Und kurz vor dem Sonnenuntergang kam eine Mitarbeiterin vom Mama Folonko zu mir und meinte, das Essen sei fertig. Ich hatte nämlich vorab ein Dinner für mich bestellt.
Butterfish, das ist der leckere Fisch ohne Gräten.

Und es war lecker! Den Sonnenuntergang gab es ohne Aufpreis dazu.

Ich werde wiederkommen, noch einige Male!

Abenteuer Gambia – Start jetzt

Ich sitze am Flughafen in Düsseldorf, mein Flug geht in etwas mehr als einer Stunde.
Es ist nicht das erste Mal, dass ich nach Gambia fliege, seit Januar 2023 war ich fünf Mal dort und dennoch ist dieses Mal alles anders. Dieses Mal fliege ich nicht für drei oder vier Wochen, dieses Mal möchte ich 1/2 Jahr bleiben.
Ich möchte viel lernen: ich werde wieder Kora-Unterricht nehmen, ich möchte trommeln, viele traditionelle afrikanische Lieder lernen, die ich singen und auf meiner Ukulele begleiten kann. Ich möchte batiken lernen. Und mindestens ein Fotoprojekt realisieren und ich möchte mit gambischen Frauen nähen.
Zwischendurch werde ich drei bis vier Wochen in Senegal sein, gemeinsam mit einer tschechischen Gruppe, um zu trommeln, zu tanzen und Spaß zu haben.
Den Rest der Zeit werde ich in Gambia verbringen, alleine auf mich gestellt.
Ich freue mich auf die Menschen, denen ich begegnen werde, ich freue mich auf die Sonne Afrikas, das Meer, die schönen Strände, das leckere Essen, die kraftvolle Musik.
Ich freue mich auf diese Zeit, ich freue mich auf dieses Abenteuer.